Monatsarchiv für März 2008

Frühling lässt sein blaues Band…

Samstag, den 22. März 2008

… wieder flattern durch die Lüfte. Vielen von euch dürften diese Zeilen von Eduard Möricke bekannt sein, doch das was sich zur Zeit dort draußen abspielt ist alles andere als frühlingshaft. Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, Sturmböen und Wasser in allen Variationen (aka. Regen, Graupel, Hagel & Schnee). Allerdings schreibe ich nicht diesen Artikel um mich über das Wetter zu beschweren, sondern vielmehr um euch zu berichten was alleine das Wort “Frühlingsanfang” bei manch lieben Mitmenschen ausrichten kann.

Letzte Woche, ich betrete gerade schwer bepackt mal wieder die heimischen Gefilden. Froh darüber der hiesigen Kälte entflohen zu sein und voller Vorfreude auf ein warmes Zimmer greife ich nach dem Türknauf. Doch auf das was mich dahinter erwartet hat war ich in keinster Weise vorbereitet. Schlagartig gefriert mein Atem zu einem metaphorischen Eisnebel und ein freundlich grinsendes Etwas begrüßt mich spöttisch mit den Worten “Na, lässt du dich auch mal wieder blicken?” Zu geschockt auch nur irgendetwas auf diese Frage zu antworten starre ich erstmal nur einen Augenblick lang in die Leere, dann als ich mich allmählich etwas gefasst habe gleitet mein Blick langsam über die beiden weit geöffneten Fenster- zuerst das Eine, dann das Andere – und anschließend aufs Thermometer. Es zeigt 14,7°C. “Wie kannst du das hier drin nur aushalten?” “… Wieso?” “Es sind keine 15°C hier im Zimmer” “Und?” “Meinst du nicht das du mal die Fenster schließen und die Heizung etwas aufdrehen solltest?” “Nee, das ist mir jetzt schon fast zu warm!”

Das es sich hierbei nicht nur um ein einzelnes Ereignis handelt sondern um einen Dauerzustand zeigt auch das nun folgende Ereignis, welches sich vor nicht einmal einer Stunde zugetragen hat.

Selbiger Mitmensch bereitet sich vor das Zimmer zu verlassen. Bekleidet mit einem T-Shirt und einer wirklich sehr leichten Sommerjacke. “Was hast du vor?” “Ich will in den Wald noch ein paar Federn fürs Fliegenbauen suchen.” Entgeistert blicke ich erst ihn an, danach aus dem Fenster und anschließend wieder ihn an. “Jetzt!? In dem Aufzug?” “Ja” Ich blicke erneut aus dem Fenster. Doch mein Verdacht, dass ich das, was ich zuvor bereits gesehen, nur eingebildet habe, bestätigt sich nicht. Noch immer gleiten dicke Flocke sanft dem Erdboden entgegen. “Hast du mal einen Blick aus dem Fenster geworfen? Es schneit.” “Und!? …” Mit diesen Worten verließ er das Zimmer und ich blickte ihm nur noch kopfschüttelnd hinterher.

Memories

Sonntag, den 9. März 2008

Wann habt ihr das letzte mal ein Fotoalbum aufgeschlagen? Kein digitales, sondern ein so ein richtig Echtes zum anfassen? Ich hatte heute dieses besondere Erlebnis. Auf der Suche nach alten Hochzeitsfotos meiner Eltern fiel mir eines in die Hände, welches zwar nicht die gesuchten Fotos enthielt, dafür aber Fotos von mir.

Und kaum hielt ich diese in meinen Händen, riefen sie Erinnerungen in mir wach. Erinnerungen an unser Kaninchen Max, an die Zeit als wir noch einen stattlichen Apfelbaum in unserem Garten stehen hatten, nebst Baumhaus zum herumtollen und an einen Urlaub am großen Meer, als ich gemütlich mit eine Boot über die Kanäle gepaddelt bin, welcher bestimmt schon mehr als 10 Jahre zurückliegen muss. Erinnerungen die ich verdrängt oder einfach nur vergessen hatte und trotzdem kamen mir die Bilder so lebendig vor als wäre es gerade erst gestern gewesen und läge noch nicht eine solch große Zeitspanne zurück.

Wenn ich mir aktuelle (digitale) Bilder von uns ansehe, dann kommen mir die Erinnerungen weitaus weniger lebendig vor. Woran mag das liegen? Einfach nur daran, weil es gerade nicht so lange zurückliegt? Oder liegt es am Medium selbst? In der heutigen Zeit kann man problemlos Hunderte, wenn nicht Tausende Bilder auf einer winzigen Karte speichern und wenn ein Bild nichts geworden ist wird es einfach gelöscht. Ein solches Bild hat einfach nicht mehr den Wert den es Früher hatte, als man mit 36 oder noch weniger Aufnahmen auskommen musste. Das Motiv für so eine Aufnahme wurde sorgfältig ausgewählt. Wenn ich mir überlege bei wie vielen digitalen Fotos, die ich in letzter Zeit gemacht habe, sorgfältig überlegt habe was ich fotografiert habe und bei welchen ich “einfach nur so” abgedrückt habe, wird mir bewusst wie viel enger das Band zwischen dem Akt des Fotografieren und der Erinnerung selbst gegenüber der heutigen Zeit gewesen ist.

Dies ist ein Gedanke den ich mir das nächste Mal, wenn ich wieder eine Kamera in den Händen halte, erneut ins Gedächtnis rufen werde, damit ich nicht einen Haufen bunter Impressionen, sondern bleibende Erinnerungen davon tragen werde.

Hochzeitsglocken

Samstag, den 1. März 2008

Der Abend des St. Tibs Day des Jahres 3174. Im Haus der heiligen Nummer kam es an diesem Tag zu einer ganz besonderen Zusammenkunft. Anhänger Pastafarias und Diskordias fanden zusammen um zwei liebe Mitmenschen und gute Freunde in den heiligen Stand der Ehe zu begleiten.

Das war zumindest der Plan. Da alleine schon die Tatsache ausreicht dass diese Hochzeit im Angesicht zweier so außergewöhnlichen Gottheiten stattfindet, ist es nunmehr nicht verwunderlich, dass auch diese Hochzeit alles andere als gewöhnlich war. Wo sonst werden schon Eheringe auf einem Bett aus Spaghetti dargereicht ;) . Nachdem sich die versammelte Gesellschaft einstimmig für eine Hochzeit der beiden ausgesprochen und das Brautpaar die traditionelle Frage (“Willst du … *Murmel*”) mit einem Ja beantwortet hatte wurde das Paar auch schon mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft. Von unserer Seite gab es eine 5-stöckige Hochzeitstorte made of Klopapier, welche in einer haarsträubenden Nacht und Nebel Aktion zusammengezimmert wurde, die ihrerseits Unmengen unschuldiger Luftballons das Leben gekostet und einige Coxis wohl für den Rest ihres Leben geschädigt hat. Doch die Opfer haben sich gelohnt, denn selbst die widrigen Osnabrücker Wetterverhältnisse konnten der Torte nichts anhaben (Nur zur Sicherheit haben wir sie dann doch nebst Tortenträger in Abdeckfolie eingewickelt ;) ).

Den übrigen Abend füllte ein buntes Programm traditioneller Hochzeitsbräuche. Beispielsweise das Wodka oder Wasser Spiel, um den dominanteren der beiden Partner zu ermitteln. Zwei Gläser, beide gefüllt mit einer klaren Flüssigkeit. Braut und Bräutigam greifen unwissend nach den Gläser und der- oder diejenige der/die das Glas mit Wodka erwischt wird die dominantere Rolle in der Beziehung einnehmen. Den Beweis das selbst eine 50% Chance zu wenig ist, erbrachte in diesem Fall der Bräutigam, welcher angewidert das Gesicht verzog.

Auch das berühmte Schuhspiel erlebte seinen Einzug. Das Brautpaar musste Rücken an Rücken lediglich durch heben des eigenen Schuhs oder den des Partners fragen beantworten, die ihnen von der Hochzeitsgesellschaft gestellt wurden. Ein Spiel, das insbesondere bei den Gästen für große Heiterkeit sorgte.

“Wer von euch hat den komischsten Klamottengeschmack? … [lange pause] … Kathah du musst dich entscheiden. ” “Ja, … Ich habe wohl nen komischen Geschmack, aber Thorben hat gar keinen…”

Wie heißt es doch so schön: Was sich liebt das neckt sich. An dieser Stelle nochmal alles Liebe und viel Glück euch beiden!

Hail Eris!